Richtig spielen

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Richtiges Spiel mit dem Hund Es geht nicht um die Frage, ob wir mit unserem Hund spielen, sondern WIE ! Basis unserer Mensch-Hund-Beziehung ist das Vertrauen. Ohne dieses Vertrauen wird Ihr Hund Sie nicht als Rudelführer ansehen. Jedoch ohne Verständigung können wir nicht aufeinander eingehen oder miteinander agieren. Auch die Rangordnung sollte immer - auch im Spiel - klar definiert sein. Der Rudelführer bestimmt Anfang und Ende eines jeden Spiels. Voraussetzung für ein ausgeprägtes Spielverhalten des Hundes ist die frühe Begegnung mit motivierenden Spielen und motivationsvermittelnden Menschen als Spielpartner. Das reizvolle Spiel wird im späteren Verlauf zum Bedürfnis, was ihm sehr wichtig, möglicherweise sogar unentbehrlich wird. Anfangs sollten Ablenkungen vom Spiel vermieden werden, bis der Hund wirklich eine starke Lust fürs Spiel entwickelt hat. Hier einige Spiel-Beispiele Bewegungs- und Geschicklichkeitsspiele Gestalten Sie doch einmal einen Parcours in Ihrer Wohnung oder im Garten. Ein Stuhl mit Handtuch zum Durchschlüpfen, eine Liege zum Draufspringen, ein Gegenstand als Hindernis fürs Drüberspringen, eine Höhle zum Verstecken ( Pappkarton), ein Brett zum Balancieren. Reden Sie während des ganzen Spiels mit Ihrem Hund, geben Sie doch einmal zusätzliche Phantasielaute und Sie werden sehen, dass dies das Ganze noch spannender macht. Auch einen Ball kann man als Belohnung einsetzen. Entdeckungsspiele Bringen Sie doch einmal irgendeinen für den Hund fremden Gegenstand mit in Ihr Spiel ein und machen Sie dem Hund Mut, dieses Ding zu kontrollieren (Luftballon, Wecker, ...) Futterspiele Verstecken Sie das Futter doch hinter oder unter Gegenständen im Raum, werfen Sie einzelne Belohnungshappen und fordern Sie den Hund auf, Ihnen nachzulaufen. Oder nehmen Sie den Belohnungshappen mal zwischen Ihre Zähne und erreichen so, dass der Hund konzentriert und erwartungsvoll aufschaut. Such- und Versteckspiele Verstecken Sie sich auf Ihren Spaziergängen und lassen Sie Sich von Ihrem Hund suchen. Auch innerhalb der Familie kann der Hund einmal mit dem Suchenden, ein andermal mit dem Versteckenden mitmachen. Auch Gegenstände kann man verstecken und suchen. Ähnlich wie Kinder Verstecken spielen (warm-kalt), so sollten wir auch beim Hund Fehlversuche und erfolgreiche Annäherung mit entsprechenden Lautäusserungen begleiten. Er lernt auf diese Weise Korrektur und Bestätigung zu unterscheiden. Kontaktspiele Setzen Sie Sich auf den Boden und locken Sie den Hund mit Futter z. B.: über und unter Ihre Beine, hinter Ihren Rücken, auf den Bauch und lassen Sie ihn glaubhaft die Beute Futter erwischen. Futter- und Beutemotivation Zum weiteren Spiel eignet sich die Futter- und Beutemotivation (Ball). Es kommt zuerst darauf an, auf das Spiel selber zu motivieren, um anschliessend mittels Spiel Aufgaben zu lösen. Die Spielbeute muss belebt werden, damit wir den Hund in Stimmung bringen. Dazu müssen wir auch Spannung vermitteln und uns verwandeln. Schauen Sie den Ball gespannt an, geben Sie diverse Laute von sich und plötzlich machen Sie ruckartige Bewegungen mit dem Schleuderball (Ball mit Schnur), ähnlich als wäre es eine sich wehrende Maus. Wir beleben den Schleuderball mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, lassen ihn aber nicht aus der Hand und geben ihn nicht dem Hund. Den Hund lassen wir erst einmal links liegen, bis dieser selbst die Initiative ergreift. Wir suchen immer wieder gemeinsam spannungsgeladen nach der Beute ( hinter dem Rücken, unter dem Pullover, ...). Auch kann man die Beute hochwerfen und wieder einfangen, doch abgegeben wird sie noch nicht. Nach einigen Minuten ist dann Schluss mit dem Spiel. Wir lassen den Ball verschwinden, suchen noch kurz nach ihm und dann ist das Spiel zu Ende. Dies machen wir dem Hund von Anfang an mit einem akustischen Signal ("Schluss") und einer entsprechenden Handbewegung deutlich. Am darauffolgenden Tag verstecken wir den Ball an einem anderem Ort, holen den Hund herein und wiederholen das Spiel des Vortages. Ein weiterer Punkt kommt nun hinzu: das Erstarren Wir schütteln die Spielbeute, diese wehrt sich mit entsprechenden Lauten, wir lassen sie kurz frei ( ohne, dass der Hund sie bekommt ) und fassen sie wieder. Auf einmal stellt sich die Beute Ball tot, es ist kein Laut zu hören, wir erstarren vor Konzentration, fixieren die Beute in geduckter, sprungbereiter Haltung. Nach anfangs kurzer Zeit (eine Sekunde) schleudern wir den Ball wieder hin und her, fassen ihn mal mit der anderen Hand, verstecken ihn hin und wieder unter dem Pullover oder hinter dem Rücken. Nach einigen Tagen (je nach Hund) ziehen wir die Beute auch seitlich am Fang des Hundes vorbei. Wichtig ist, dass die Beute immer flieht und nicht dem Hund entgegen kommt. Warten Sie zum Anbiss auf einen günstigen Augenblick, wo der Hund auch sicher zufassen will. Solange er auf die Beute nur zögernd reagiert ist es für das Zufassen zu früh. Vermitteln Sie dem Hund "glaubwürdig", dass seine Tüchtigkeit Erfolg hat. Entweder lässt man den Hund danach die Beute sofort und läuft einige Runden mit dem Hund an der Leine oder man setzt sofort das Beutestreiten ein. Nach dem Anbiss gibt man gleich ein wenig Gegenzug, damit der Griff fester wird. Danach zappelt die Beute, ruckt leicht nach rechts und links. Die Beute muss unaufhörlich in Bewegung sein und wird von uns mit allerlei Lauten belebt. Wenn der Hund ruckend zieht, dann zeigen wir uns glaubwürdig schwächer und geben immer mehr nach. Jedoch können wir auch mal kontern. Wenn der Hund unter Einsatz all seiner Fähigkeiten die Beute erstreiten will, geben wir überwältigt die Beute frei. Der Hund wird so stark motiviert bald zurückkommen, um wieder als Sieger aus dem Spiel hervorzugehen. ACHTUNG: nur bei richtigem Ziehen loslassen. Kommt der Hund wieder, darf kein weiteres Beutestreiten mit dieser Beute erfolgen. Wir ziehen dann ganz plötzlich eine zweite Beute aus der Tasche und fordern ihn hiermit heraus. Das erste nun tote Objekt wird er fallen lassen. So erlebt der Hund ein absolut stressfreies "AUS" ohne jeglichen Druck, welches wir später mit den Hörzeichen "AUS" begleiten (Beutetausch). Während des Beutestreitens verkörpern wir die Beute, nach dem Loslassen verwandeln wir uns in den Bewunderer. Gehen Sie bitte nicht zu schnell die einzelnen Schritte durch, sondern üben Sie Sich in Geduld. Üben Sie am Besten in einem begrenzten Raum (Zimmer, Garage, ...), in dem sich der Hund nicht allzu weit entfernen kann. Beendet wird das Spiel nun, indem ich den zweiten Ball solange interessant mache, bis der Hund den ersten hat fallen lassen. Heben Sie diesen auf, stecken Sie den zweiten ein und beenden Sie das Spiel wie immer mit dem üblichen Kommando "Schluss". Wer dieses Spiel beherrscht, dem sind auch weitere Türen der Hundeausbildung durch Motivation geöffnet.

Quelle: Welpenkurs © MV Büttgen Frau Petra Bender