Lerngesetze

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Wie lernt ein Hund ? Ein Hund denkt nicht wie ein Mensch. Er kann nur eine Situation mit einer anderen verknüpfen, und er hat ein gutes Gedächtnis. Ein Hund lernt durch ein bestimmtes Prinzip, nämlich durch R R V = Reiz - Reaktion - Verstärkung (Lernen am Erfolg) Nach diesem Prinzip bringt er sich auch selbst etwas bei, meistens natürlich nicht das, was wir gerne möchten. Zum Beispiel: Wurst auf dem Tisch = Reiz Er schnappt die Wurst = Reaktion Er hat die Wurst, schmeckt gut = Verstärkung Der Hund hat gelernt ,"Wie stehle ich Wurst. Oder er sieht einen Hasen im Feld ( Reiz ) und läuft hinterher ( Reaktion ). Er braucht den Hasen nicht zu erwischen , aber das schöne Gefühl des Hinterherlaufens ist schon die Verstärkung. Er hat gelernt zu jagen. Oder er sieht ein Mäuseloch ( Reiz ) und fängt an zu buddeln ( Reaktion ). Die Maus muss er nicht erhaschen, aber das schöne Gefühl des Buddelns ist seine Verstärkung Er hat gelernt zu buddeln. Je öfter ein Hund so eine Handlung vollzieht, um so schneller prägt sie sich ihm ein ( Lernen am Erfolg ). Wenn wir ihm etwas beibringen wollen, muss der Reiz und die Verstärkung oder wenigstens die Korrektur und die Verstärkung von uns kommen. Zum Beispiel: Wurst auf dem Tisch = Reiz Er will die Wurst schnappen aber wir korrigieren mit einem scharfen "Nein" = Korrektur Er schnappt sie nicht = Reaktion Lob von uns (ggf. Leckerlis von uns) = Verstärkung Nun ist der Hund nicht blöd. Er merkt ganz genau, wenn wir nicht da sind, kann er die Wurst ungestraft stehlen. Da sind wir jetzt gefragt, dem Hund das trotzdem zu verleiden. Er darf die Korrektur nicht mit uns in Verbindung bringen. Wenn wir es so einrichten, dass wir die Wurst präparieren (Tabasco, Bitterstoffe), und folglich die Verstärkung fehlt, wird er es nicht mit uns in Verbindung bringen. Oder wir sind zwar im selben Zimmer, beachten ihn aber scheinbar nicht und in dem Moment, wenn er die Wurst schnappen will, fällt uns irgend etwas mit Getöse runter (Topfdeckel). Er wird sich wahrscheinlich furchtbar bei diesem Gescheppere erschrecken und von der Wurst ablassen. Wir schauen aber nicht zum Hund, sondern tun so als wenn nichts wäre. Dann bringt er dieses Getöse nicht mit uns in Verbindung. Es ist so, als käme die Korrektur aus heiterem Himmel. Unsere Kommandos z. B. sind ein Reiz, da wir ein Leckerli in der Hand halten. Der Hund setzt sich auf Kommando "Sitz". Das ist die Reaktion. Wir loben den Hund dafür. Das ist die Verstärkung. Ein Hund merkt sich die Handlung am besten, die die grösste Verstärkung bringt. Nun ist es so, dass sich diese Handlung auch blitzschnell vollziehen muss, d.h. je schneller R R V aufeinander folgen, um so besser kann der Hund sich das merken. Deshalb sagen wir ja beim Welpen "Sitz" während er sich hinsetzt und loben ihn dann unmittelbar danach. Somit ist R R V direkt aufeinander gefolgt, und die Handlungen können von ihm richtig verknüpft werden. Jedoch sind auch wir diejenigen, die die Kommandos auch wieder aufheben (z.B.: "ok, dann lauf"). Das Gegenteil von "Lernen am Erfolg" ist jedoch nicht "Lernen durch Strafe", sondern "Nicht belohnen". Anders ausgedrückt heisst dies, dass unerwünschtes Verhalten nicht zum Erfolg führen darf. In der Praxis bedeutet dies vom Welpenalter an ein konsequentes und überlegtes Vermeiden von Belohnungen am falschen Platz. Zum Beispiel geben wir das Kommando SITZ und der Hund legt sich flach auf den Boden und macht eigentlich PLATZ. Jedoch loben wir hier den Hund, weil er ja wenigstens etwas gemacht hat. DAS IST FALSCH. Loben also immer am richtigen Platz

Quelle: Welpenkurs © MV Büttgen Frau Petra Bender