Mittkommen - Folgen

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Normalerweise ist ein junger Hund von sich aus bemüht, Sie, also sein Rudelersatz, nicht aus dem Blickfeld zu verlieren. Das ist der ganz normale Folgetrieb, der die Welpen, die an sich sehr neugierig sind, davon abhält, sich vom Rudel zu entfernen. Das wäre für sie in der Natur lebensgefährlich. Wenn Sie also draussen mit Ihrem Welpen spazieren gehen und die Gegend ist gefahrlos, nutzen Sie diesen Folgetrieb aus. Lehren Sie Ihrem Welpen, auf Sie zu achten. Wenn er also vorausläuft und Sie über allerlei Tätigkeiten vergisst, machen Sie ihn aufmerksam und gehen in eine andere Richtung. Er wird, bedingt durch den Folgetrieb, direkt hinter Ihnen herkommen, wobei Sie ihn natürlich heftig loben. Sie können sich auch mal kurz hinter einem Baum oder Strauch verstecken und wenn er dann merkt, dass Sie weg sind und anfängt Sie zu suchen, treten Sie schnell wieder hervor. Er wird glücklich sein, Sie wiedergefunden zu haben. Wenn er kommt, loben Sie ihn. Man kann diese Übungen auch an der langen Leine machen. Prescht der Welpe auf und davon, macht man, ohne etwas zu sagen kehrt und geht zügig in die entgegengesetzte Richtung. Sobald er am Ende der Leine angekommen ist, reisst es ihn naturgemäss herum. Verblüfft wird er entdecken, dass Sie nach anderswo unterwegs sind und Ihnen schleunigst folgen. Loben Sie ihn ausgiebig. Machen Sie solche Übungen öfters, werden Sie überrascht feststellen, dass Ihr Hund, wenn er vorausläuft, sich immer wieder vergewissert, ob Sie noch auf dem gleichen Weg sind wie er. Vergessen Sie niemals, es ein freudiges Ereignis für Ihren Hund werden zu lassen wenn er es merkt und schnell zu Ihnen zurückkommt. Je älter und mutiger Ihr Welpe wird, um so mehr lässt der natürliche Folgetrieb nach, aber wenn Sie frühzeitig den Folgetrieb ausnutzen, wird es für den Hund eine gute Gewohnheit werden, auf Sie zu achten, vor allem, wenn es sich für ihn lohnt. Deshalb nie das Loben vergessen, wenn er kommt. Machen Sie nie den Fehler, hinter Ihrem Welpen herzurennen. Das gibt ihm die Sicherheit , immer weiter wegzulaufen. Sie sind ja immer in seiner Nähe. Er hört Sie rufen und er sieht Sie ganz in seiner Nähe. Warum soll er dann zurückkommen? Sollten Sie ihn mal aus den Augen verlieren, in der Regel kommt er immer zum Ausgangspunkt zurück. Also warten Sie und verstecken Sie sich. Wenn er dann kommt, und Sie sind nicht da, wird er in Panik geraten. Dann treten Sie wieder hervor und er wird sich freuen, dass er Sie wiedergefunden hat. Nie schimpfen wenn er wiederkommt, sondern immer freuen und ihn fürs Wiederkommen loben. Der Welpe lernt bei diesen Übungen, dass er auf Sie zu achten hat, und nicht Sie auf ihn. Sollten Sie einen älteren Hund besitzen, den Sie momentan nicht ableinen können, gibt es natürlich auch hier einige Tipps und Tricks. Je jagdfreudiger Ihr Hund ist, desto mehr Reize müssen von Ihnen aus kommen und desto aufmerksamer müssen Sie Ihre Umwelt betrachten. 1. Gehen Sie nur noch mit Ihrem hungrigen Hund spazieren und füllen Sie Sich vor seinem Augen die Taschen voller toller Leckerli (z. B. Fleischwurst). 2. Rufen Sie Ihren angeleinten Hund öfters zu sich, loben ihn toll und ausgiebig und geben ihm ein Leckkerli. Danach darf er wieder laufen. 3. Wenn das an Ihrer normalen Leine funktioniert, holen Sie Sich eine ca. 20m lange Leine (Meterware aus dem Baumarkt, Tierhandlung, ...) und gehen von nun an z.B. im Feld nur noch mit dieser 20m langen Leine spazieren. Gehen Sie ruhig öfters mal in die entgegengesetzte Richtung, damit Ihr Hund lernt, wann 20m zu Ende sind. 4. An der langen Leine rufen Sie ihn wieder öfters und loben ihn ausgiebig. 5. Sollte Ihr Hund an lockerer 20m Leine gehen und kommen, wenn Sie ihn rufen, dann erst gehen wir wieder einen Schritt weiter. 6. Nun lassen Sie während des Spaziergangs die Leine fallen. Auch hier wieder rufen und loben. Mit dieser Schleppleine gehen Sie ganz lange, bis dies für Ihren Hund zur Normalität wird. 7. Nun kürzen Sie die Schleppleine von Woche zu Woche etwas, bis nur noch ein kleines Stück zurückbleibt. Dies wird dann nach geraumer Zeit auch noch entfernt. Die ganze Prozedur dauert sicherlich 6 Monate und länger, doch auf die Lebenserwartung des Hundes gerechnet, lohnt es sich allemal. Viel Glück

Quelle: Welpenkurs © MV Büttgen Frau Petra Bender